Über 200 verschiedene Kopfschmerzarten kennt die Medizin. Die meisten Menschen haben mit zweien davon zu tun: Spannungskopfschmerzen und Migräne. Beide sind häufig, beide können den Alltag massiv einschränken. Und bei beiden lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Spannungskopfschmerzen
Etwa 40 % der Bevölkerung kennen sie: beidseitiger, drückender Schmerz, oft wie ein Band um den Kopf. Die Forschung hat das alte Modell („verspannte Muskeln verursachen Kopfschmerzen”) inzwischen differenziert. Heute versteht man Spannungskopfschmerzen eher als Störung der zentralen Schmerzverarbeitung. Das Nervensystem reagiert überempfindlich auf normale Reize. Muskelverspannungen und Haltung spielen eine Rolle, aber sie sind Teil eines grösseren Bildes.
Migräne
Migräne betrifft rund 10 bis 15 % der Bevölkerung und ist eine neurologische Erkrankung mit genetischer Komponente. Die veraltete Vorstellung der „Gefässkopfschmerzen” gilt als überholt. Aktuelle Modelle betonen die neuronale Übererregbarkeit und die Rolle des trigeminovaskulären Systems. Auslöser sind individuell: Stress, Schlaf, Hormone, Ernährung, Wetter.
Was hilft
Medizinisch: Für Migräne gibt es wirksame Akut- und Prophylaxemedikamente, die ärztlich begleitet werden sollten. Verhaltenstherapeutische Ansätze wie Stressmanagement und Biofeedback zeigen ebenfalls gute Ergebnisse. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, individuelle Muster zu erkennen.
Bewegung: Regelmässige aerobe Bewegung ist in der Migräneprophylaxe vergleichbar wirksam wie gängige Medikamente. Das ist eine bemerkenswerte Aussage. Auch bei Spannungskopfschmerzen zeigt körperliche Aktivität positive Effekte.
Körperorientierte Ansätze: Manuelle Techniken im Bereich von Nacken, Kiefer und Schädel können bei Spannungskopfschmerzen unterstützend wirken. Für Migräne ist die Evidenz weniger eindeutig, aber es gibt Hinweise auf positive Effekte, insbesondere auf Begleitfaktoren wie Nackenverspannungen und Stressregulation.
Wo ich mich sehe
Ich ersetze keine ärztliche Diagnostik. Was ich beitragen kann: Die craniosacrale Arbeit spricht das Nervensystem auf einer Ebene an, die mit Übungen allein schwer erreichbar ist. Bei Spannungskopfschmerzen beobachte ich häufig eine spürbare Veränderung der Grundspannung. Bei Migräne sehe ich meinen Beitrag eher in der Unterstützung des Nervensystem-Gleichgewichts, der Stressregulation und der Körperwahrnehmung. All das kann das Ausmass und die Häufigkeit von Attacken beeinflussen, aber ich würde nie versprechen, dass Migräne davon verschwindet.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei neuen, veränderten oder starken Kopfschmerzen suchen Sie bitte einen Arzt auf.
Mehr über meinen therapeutischen Ansatz bei Kopfschmerzen und Migräne erfahren Sie auf der entsprechenden Seite.